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Handeln

Pomnym rät vom Kauf eines Neuwagens jedes deutschen Herstellers ab. Die Empfehlung richtet sich gegen eine Industrie wegen ihres belegten Verhaltens - Betrug, Bestechung und militärische Lieferungen -, nicht gegen die Deutschen als Volk.

Dies ist die redaktionelle Einschätzung von Pomnym. Die Quellen belegen die angeführten Tatsachen; die daraus folgenden Bewertungen und Fragen sind unsere.

Was zu tun ist

Dokumentiertes Verhalten kann unsere Kaufentscheidungen beeinflussen. Wenn ein Unternehmen oder eine Institution Menschen aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit ausschließt oder nachweislich eine Rolle in der Rüstungsindustrie spielt, die Sie ablehnen, ist die Wahl einer Alternative eine mögliche freiwillige Reaktion. Beurteilen Sie die konkret benannte Entscheidung oder Verbindung, nicht den Pass des Verkäufers oder seiner Beschäftigten. Prüfen Sie, ob eine Regelung noch gilt oder inzwischen aufgehoben wurde. Die Anerkennung von außen muss weder den Wert eines Menschen noch den einer Kultur bestimmen. Es lohnt sich, Fähigkeiten, handwerkliches Können, Sprache und kulturelles Leben nach eigenen Maßstäben weiterzuentwickeln - mit Neugier auf andere und Raum für Kritik. Bei Kaufentscheidungen zählen Qualität, Nutzen, Bezahlbarkeit und dokumentiertes Verhalten gemeinsam.

Eine Kaufentscheidung betrifft Ihre eigenen Ausgaben. Niemandem, der hier genannt wird, soll Schaden zugefügt werden, niemand soll belästigt oder bedroht werden. Die Staatsangehörigkeit allein ist kein Grund, gegen eine Person oder ein Unternehmen vorzugehen.

Unternehmensverbindungen statt Kollektivschuld

Eigentumsverhältnisse, Verträge und Verhalten eines Unternehmens lassen sich überprüfen. Regierungspolitik liefert einen Kontext, belegt aber nicht, was jedes einzelne Unternehmen oder jeder Kunde unterstützt. Die Prüfliste unterscheidet direkte militärische Lieferungen, Konzernverbindungen und geplante Veränderungen; das sind unterschiedliche Grundlagen für eine Kaufentscheidung.

Ein historischer Unternehmensfall betrifft Siemens. Am 15. Dezember 2008 warf die US-Börsenaufsicht Siemens vor, zwischen März 2001 und September 2007 mindestens 4.283 Zahlungen in Höhe von insgesamt etwa 1,4 Milliarden US-Dollar als Bestechungsgelder an Amtsträger geleistet zu haben. Siemens stimmte einem Vergleich mit der SEC zu, ohne diese Vorwürfe anzuerkennen oder zu bestreiten. Die angekündigten amerikanischen und deutschen Vereinbarungen beliefen sich auf mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar, einschließlich eines früheren deutschen Vergleichs aus dem Jahr 2007.

Dies ist ein zeitlich bestimmter Fall über Siemens, keine Feststellung über die heutigen deutschen Unternehmen insgesamt. Er belegt weder, dass gegenwärtige Käufe Bestechung finanzieren, noch, dass ein anderes Unternehmen Mitverantwortung trägt. Jede aktuelle Kaufempfehlung braucht eigene Belege.

Quellen

Prüfliste für Kaufentscheidungen

Große deutsche Automarken, ihre Eigentumsverhältnisse und belegte militärische Verbindungen. Pomnym rät aus den unten genannten Gründen vom Kauf eines Neuwagens jeder dieser Marken ab. Jede Zeile gibt nur wieder, was über die jeweilige Marke belegt ist; die Herkunft allein ist kein Beleg dafür, dass eine Marke Waffen herstellt.

Auf ein neues deutsches Auto zu verzichten, fällt leicht

Im Januar 2017 erklärte sich die Volkswagen AG in den USA bereit, sich wegen der Manipulation von Diesel-Abgaswerten in drei Anklagepunkten schwerer Straftaten schuldig zu bekennen, darunter Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten und an den eigenen US-Kunden, und eine Strafe von 2,8 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Im Mai 2025 verurteilte das Landgericht Braunschweig vier frühere Volkswagen-Führungskräfte wegen Betrugs; das Urteil war bei seiner Verkündung nicht rechtskräftig.

Am 1. April 2010 legten die Daimler AG, die heutige Mercedes-Benz Group, und drei Tochtergesellschaften ein US-Ermittlungsverfahren nach dem Antikorruptionsgesetz FCPA bei: Zwei Tochtergesellschaften bekannten sich schuldig, die Daimler AG schloss eine Vereinbarung über den Aufschub der Strafverfolgung, und Daimler und seine Töchter verpflichteten sich zu Geldstrafen und Strafzahlungen von 93,6 Millionen US-Dollar. Nach Angaben des US-Justizministeriums leisteten sie in mindestens 22 Ländern Hunderte unzulässiger Zahlungen an ausländische Amtsträger, darunter in Russland, China, Nigeria, Ägypten, der Elfenbeinküste, Ungarn, Lettland, Kroatien, Turkmenistan und Usbekistan. Im Dezember 2009 setzte das Landgericht München gegen die Nutzfahrzeug- und die Maschinensparte von MAN Geldbußen von jeweils 75,3 Millionen Euro fest, weil Kunden in Europa, Afrika und Asien bestochen worden waren, um Aufträge zu erhalten. MAN Truck & Bus gehört heute zur TRATON-Gruppe des Volkswagen-Konzerns.

Fahrzeuge und Komponenten von heutigen und früheren Unternehmen dieser Industrie sind Teil der deutschen Militärhilfe für die Ukraine. Rheinmetall MAN Military Vehicles, zu 49 % im Besitz von MAN Truck & Bus, baut die HX-Familie militärischer Lkw. Die Liste der Bundesregierung zur militärischen Unterstützung der Ukraine mit Stand vom 17. April 2025 umfasst 90 Sattelzugmaschinen HX81 8x8 mit Sattelaufliegern, 25 Lkw MAN TGS, 262 Lkw Zetros und Kampfpanzer Leopard 2. Renk baut das Getriebe des Leopard 2; im Januar 2020 billigte Volkswagen den Verkauf seines Anteils von 76 % an Renk an den Finanzinvestor Triton. Die Mercedes-Benz AG ist namentlich genannte Partnerin bei Rheinmetalls Luftlandefahrzeug Caracal, das ukrainische Spezialkräfte seit 2024 einsetzen. Daimler Truck, im Dezember 2021 von Daimler abgespalten, bietet den Zetros in seinem Verteidigungsportfolio an und baut sein Verteidigungsgeschäft aus.

Die Porsche SE, die 53,3 % der Stimmrechte an Volkswagen hält, kündigte im August 2025 an, bei ihren Portfoliobeteiligungen ihr Engagement im Verteidigungs- und verteidigungsnahen Sektor ausbauen zu wollen. Am 7. September 2026 gab Volkswagen Eckpunkte für einen möglichen Verkauf des Werks Osnabrück und einen Übergang zur Rüstungsfertigung bekannt; der Vollzug bleibt an Bedingungen geknüpft.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur waren 2024 knapp zwei Drittel der in China verkauften batterieelektrischen Autos billiger als vergleichbare Verbrenner. 2023 löste BYD Volkswagen als meistverkaufte Automarke Chinas ab. Im Dezember 2024 vereinbarte Volkswagen mit dem Betriebsrat, bis 2030 an seinen deutschen Standorten mehr als 35.000 Stellen abzubauen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren Kraftwagen und Kraftwagenteile im Wert von 262,0 Milliarden Euro 2024 Deutschlands wichtigste Exportgüter. Nach vorläufigen Zahlen der OECD war Deutschland 2025 mit 29,1 Milliarden US-Dollar erstmals der größte Geber öffentlicher Entwicklungsleistungen unter den Geberländern der OECD - in einem Jahr, in dem die gesamte Hilfe dieser Länder stark zurückging.

Deutsche Konzerne besitzen auch Marken aus anderen Ländern. Neben Audi und Porsche gehören zum Volkswagen-Konzern Škoda, SEAT, CUPRA, Bentley und Lamborghini, zur BMW Group MINI und Rolls-Royce Motor Cars.

Pomnyms Einordnung:

Auf ein neues deutsches Auto zu verzichten, ist heute keine schwere Entscheidung mehr, sondern die naheliegende. Deutsche Autos sind überteuert und technisch im Rückstand. Ihre früheren Vorzüge sind kaum noch spürbar, und chinesische Hersteller haben sie bei Preis, Software und Elektroantrieb überholt. Pomnym würde zu diesem Verzicht selbst dann raten, wenn das hieße, mehr für ein schlechteres Auto zu zahlen. Tatsächlich aber zahlt, wer etwas anderes kauft, meist weniger für ein besseres.

Die Bilanz dieser Industrie ist keine Reihe einzelner Ausrutscher, sondern ein Muster: Volkswagen hat Behörden und die eigenen Kunden getäuscht, Daimler hat ausländische Amtsträger bestochen, und MAN hat Kunden in Europa, Afrika und Asien bestochen, um Aufträge zu erhalten. Die Exporterlöse der Industrie machen Deutschlands Scheckbuchdiplomatie erst möglich - Hilfen, Kredite und Auflagen, mit denen Berlin sich das Wohlverhalten von Regierungen in Afrika, Südamerika und Osteuropa erkauft.

Innerhalb der Autoindustrie tragen die Volkswagen-Töchter und die von den deutschen Autokonzernen abgespaltenen oder verkauften Unternehmen - MAN und sein Gemeinschaftsunternehmen für Militärfahrzeuge, Renk und Daimler Truck - am meisten zu Deutschlands Kriegsanstrengungen gegen Russland bei, und der Trend geht zu mehr Rüstungsproduktion, nicht zu weniger: Die Porsche SE will stärker in Verteidigung investieren, Volkswagen hat Eckpunkte für einen möglichen Verkauf des Werks Osnabrück und dessen Übergang zur Rüstungsfertigung bekannt gegeben, und Daimler Truck baut sein Verteidigungsgeschäft aus.

Wer ein neues deutsches Auto kauft, trägt deshalb zu dieser Rolle im Krieg bei - über die Umsätze des Herstellers, die Erträge seiner Eigentümer und die Export- und Steuereinnahmen des Staates. Der Druck richtet sich gegen die Industrie, ihre Eigentümer, ihr Management und ihre Aktionäre und gegen den Staat, der auf ihre Einnahmen baut - nicht gegen die Deutschen als Volk und nicht gegen die Menschen, die für diese Unternehmen arbeiten oder ihre Autos bereits fahren.

Quellen

Volkswagen

  • Umstellungsplan unter Vorbehalt
  • Verbindung über den Mutterkonzern

Der Vorschlag für Osnabrück sieht eine mögliche Übertragung an Aurelius Capital und das Land Niedersachsen vor, zunächst mit einem Luftverteidigungsprojekt von Rafael für Deutschland und Europa. Endgültige Vereinbarungen, Zustimmungen und behördliche Prüfungen stehen noch aus. Ein geplanter Verkauf ist weder mit fortbestehendem VW-Eigentum noch mit bereits laufender Produktion gleichzusetzen.

Davon unabhängig gehören TRATON und MAN zum Volkswagen-Konzern. MAN hält 49 % am Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles.

Quellen

Mercedes-Benz, AMG und Maybach

  • Belegte militärische Tätigkeit

Rheinmetalls Caracal-Mitteilung vom 23. Februar 2026 nennt Mercedes-Benz AG ausdrücklich als Partner. Sie berichtet über die Produktion für Deutschland und die Niederlande sowie die Nutzung durch ukrainische Spezialkräfte seit 2024. AMG und Maybach werden der Marke Mercedes-Benz zugeordnet; eigene Waffenprogramme werden ihnen nicht zugeschrieben.

Mercedes-Benz Group und Daimler Truck sind unterschiedliche Unternehmen. Die Caracal-Verbindung darf nicht mit dem eigenständigen Rüstungsgeschäft von Daimler Truck verwechselt werden.

Quellen

BMW und BMW ALPINA

  • Eigene Waffenproduktion durch diese Prüfung nicht belegt

BMW ALPINA wurde am 1. Januar 2026 zu einer eigenständigen Marke der BMW Group. Diese begrenzte Prüfung hat weder eine gegenwärtige Waffenproduktion noch die Umstellung eines Werks auf Waffenfertigung durch diese Pkw-Marken belegt. Ihre Aufnahme macht den Umfang der Prüfung sichtbar; sie unterstellt kein unentdecktes Militärprogramm.

Quellen

Opel

  • Eigene Waffenproduktion durch diese Prüfung nicht belegt

Opel hat seinen Hauptsitz in Deutschland und gehört zum multinationalen Stellantis-Konzern. Diese Prüfung hat bei Opel kein Programm zur Waffenproduktion oder Werksumstellung belegt. Die militärische Nutzung angepasster ziviler Fuhrparkfahrzeuge würde für sich genommen kein solches Programm nachweisen.

Quellen

smart

  • Angaben zu den Eigentumsverhältnissen

Die deutsche Herkunft einer Marke ist nicht mit einem heutigen Hauptsitz in Deutschland gleichzusetzen. smart ist ein 50/50-Gemeinschaftsunternehmen von Mercedes-Benz und Geely mit Hauptsitz in Ningbo und einer europäischen Tochtergesellschaft in Deutschland. Dieser Hinweis zu den Eigentumsverhältnissen ist kein Beleg für eine Waffenproduktion von smart.

Quellen

MAN / Rheinmetall MAN Military Vehicles

  • Belegte militärische Tätigkeit
  • Verbindung über den Mutterkonzern

Nutz- und Militärfahrzeuge, getrennt von den Pkw-Einträgen. RMMV gehört zu 51 % Rheinmetall und zu 49 % MAN Truck & Bus und stellt militärische Logistikfahrzeuge her. Die Verbindung zu Volkswagen verläuft über MAN und TRATON; sie ist diesem konkreten Gemeinschaftsunternehmen zuzuordnen.

Quellen

Daimler Truck

  • Belegte militärische Tätigkeit

Daimler Truck beschreibt in seiner Mitteilung vom 15. Juni 2026 den Ausbau des Rüstungsgeschäfts, Investitionen und ein Umsatzziel von 1 Mrd. EUR im Rüstungsbereich für 2028. Mercedes-Benz Special Trucks ist die zuständige Sparte. Der Konzern ist von Mercedes-Benz Group getrennt.

Quellen

Die Zeilen erfassen große deutsche Pkw-Marken, ergänzt um Angaben zu den Eigentumsverhältnissen und gesonderte Einträge zu Nutz- und Militärfahrzeugen. Die Empfehlung oben gilt auch für die Marken aus anderen Ländern, die deutschen Konzernen gehören und keine eigene Zeile haben. 'Nicht belegt' bezeichnet die Grenzen dieser Prüfung und beweist nicht, dass keine Verbindung besteht. Entscheiden Sie sich für oder gegen Produkte und Unternehmen; belästigen Sie keine Beschäftigten, Eigentümer oder Kunden.

Der naheliegende Einwand

Ein Boykott gegen Menschen wegen ihrer Staatsangehörigkeit würde den Fehler wiederholen, den dieses Archiv dokumentiert: nach Herkunft statt nach Verhalten zu urteilen. Die Empfehlung, keine neuen deutschen Autos zu kaufen, richtet sich gegen eine Industrie wegen ihres belegten Verhaltens - Betrug, Bestechung und militärische Lieferungen - und gegen den Staat, der auf ihre Einnahmen baut, nicht gegen die Deutschen als Volk. Andere Unternehmen werden nach ihren eigenen, konkret benannten Entscheidungen beurteilt, nicht nach ihrem Herkunftsland.

Eine freiwillige Kaufentscheidung verweigert niemandem Sicherheit oder den Zugang zu einer grundlegenden Dienstleistung. Daraus folgt weder, dass jeder im Archiv dokumentierte Ausschluss rechtswidrig war, noch, dass jede Beschwerde Erfolg hatte. Es geht darum, selbst zu entscheiden, wohin das eigene Geld fließt, und das konkrete Verhalten des Unternehmens zu benennen, das diese Entscheidung begründet.

Derselbe Maßstab gilt bei der Auswahl von Anbietern: Weder deren Herkunftsland noch mögliche Einnahmen aus einer Zusammenarbeit ersetzen die Prüfung ihres Verhaltens. Es geht um die eigenen Ausgaben, nicht um einen Anlass, Menschen zu belästigen oder eine Korrektur beziehungsweise die Aufhebung einer Entscheidung zu ignorieren.

Warum diese Möglichkeit, und wo ihre Grenze liegt

Kaufentscheidungen sind eine praktische Möglichkeit, Ausgrenzung entgegenzutreten, aber nicht die einzige. Auch Beschwerden, öffentliche Kontrolle, Aufsichtsbehörden und Gerichte sind wichtig; die Aufzeichnungen halten Korrekturen, aufgehobene Entscheidungen und erfolglose Beschwerden fest. Sie belegen nicht, dass finanzieller Druck jede Veränderung bewirkt hat. Eine Empfehlung, auf einen Kauf zu verzichten, drückt eine redaktionelle Position aus; sie ist keine Feststellung der Rechtswidrigkeit und kein Freibrief, die Sicherheit anderer oder ihren Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu beeinträchtigen.

Belege